South Indiana - Day 1
Endlich haben wir das gemacht was man in Amerika einfach machen MUSS: Ein Auto mieten und durch’s Land fahren. Gut, wir haben’s mangels Zeit nur durch Süd-Indiana geschafft aber selbst das war ein schönes Erlebnis.
Unser erstes Ziel war Nashville (nein, nicht das Country-Musik-Nashville in Tennessee). Das ist ein kleines, uriges, sehr schön im im Wald gelegenes Künstlerdorf. Gut, genau genommen ist es eigentlich nur noch ziemlich exakt auf den Geldbeutel der zahlreichen Touristen ausgerichtet, aber Kommerz ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ja was ganz Normales. Nachdem man abseits der Hauptstraße einen günstigen Parkplatz für nur 3,- $ gefunden hat, ist’s dann wirklich schön durch’s Doorf zu schlendern. Es wird zahlreiche mehr oder weniger schöne Kunst geboten, das “berühmte” Eis nach alter Rezeptur der “berühmten” Dorfeisdiele (war wirklich ganz lecker) und natürlich das Live-Glockenspiel im Hinterzimmer (welches wir uns erspart haben).
Frisch gestärkt (das viele Eis lag schwer im Magen) ging’s weiter zur nächsten Attraktion in den Brown County State Park gleich um’s Eck. Dabei handelt es sich um ein abgesperrtes Waldgebietrund um einen Hügel, gut gepflegt und selbstverständlich typisch amerikanisch mit Straßen durchzogen. Und mindestens genauso selbstverständlich hat das ganze auch 5,- $ Eintritt pro Auto gekostet. (Mit dem Rad wären’s nur 2,- $ gewesen - pro Person. Also lieber mit 5 Leuten in nen Pick-Up und die Räder aufladen!) Auf unserem sauber mithilfe der Karte geplanten Weg zum Parkplatz unserer Wahl kamen wir an einem gut befestigten Aussichtsturm vorbei. Da muss man natürlich ma schaun! Gesehen ham wir dann vor allem Wald. Nein, nicht vor allem. Da war einfach nur Wald. (Da wir uns natürlich informiert haben wissen wir, dass wir einfach nur zu früh waren. Hier stehen lauter verschiedene Bäume die im Herbst eine wunderschöne gelb-orange-rot-braune Farbenpracht erzeugen sollen.)
Also weiter zum Parkplatz, vorbei an einem relativ hohen Aussichtsturm (hoch genug um über sämtliche Bäume hinaus zu ragen) am “Gipfel” des Hügels. Diesmal allerdings eine filigrane Stahlkonstruktion. Naja, wenn wir schonmal da sind … Spätestens nach 10 Metern (naja, die Höhe “schwankte” eigentlich bei jedem Schritt) wurde uns ein klein wenig mulmig (War die (ehemalige) Autobahnbrücke in Minneapolis nicht auch ne Stahlkonstruktion?) aber wir ham’s durchgestanden. Die Aussicht war - richtig - Wald. Landschaftlich extrem unspannend. Also, weiter geht’s. Wir spürten schließlich schon die Schwingungen einer herannahender Horde Kinder …
Schließlich am Parkplatz angekommen schnell das schwarze Auto in die Sonne gestellt und ab auf den Wanderweg. Ach ja, hab ich schonmal erwähnt, dass es seitdem ich in Indiana bin NIE unter 30° C war und Indiana ziemlich schwül ist? Im Wald war’s zumindest schattig. Nur schade dass wir keine Fahrräder dabei hatten, die Wanderwege wären erstklassig fürs Mountainbiken geeignet gewesen, vom Spaßfaktor mindestens mit den Trails am Muppberg vergleichbar (Kenner wissen Bescheid!). Überhaupt ist’s landschaftlich eigentlich wie bei uns zu Hause (und damit mein ich nicht die langweilige Bremer Gegend - falls ein paar Fischköppe anwesend sind). Einige Meilen später (bergab) wünschten wir uns dann auch langsam wieder am Auto anzukommen und endlich nen Schluck Wasser zu uns nehmen zu können (oder am besten gleich duschen!), hatten aber leider noch den langen aber deswegen noch lange nicht flachen Anstieg vor uns. Einige weitere Meilen später (na gut, vielleicht übertreib ich ein ganz klein wenig) waren wir endlich wieder am Auto und konnten die Reste unseres lecker warmen Wassers trinken. - Wenigstens sind Klimaanlagen hier genauso selbstverständlich wie die scheiß Automatikgetriebe. (Naja, die kann dafür wenigstens jeder fahren - oder fast jeder, manch eine sucht vielleicht auch so lang nach der Kupplung bis die Bremse kommt …)
Weiter geht’s, es ist schon später Nachmittag und wir haben noch jede Menge Weg vor uns. Selbstverständlich fahren wir ausschließlich auf kleinen Straßen, auf der Interstate ist man ja eh kaum schneller und zu sehen gibt’s erst recht nichts. Der Weg zum Tagesziel Jasper führte uns unter anderem über den Monroe Lake wo - ganz grob geschätzt - jeder Ami aus der weiteren Umgebung sein Motorbötchen mitgebracht hatte und sich auf dem Wasser von der Sonne grillen lies. Wir haben uns damit begnügt den zahlreichen Schmetterlinen am Strand einen kurzen Besuch abzustatten. Weiter ging’s über Bedford, wo wir endlich unseren Wasservorrat auffüllen konnten. - Dachten wir zumindest. Die unglaubliche Scheußlichkeit des von uns gekauften Wassers lässt sich kaum beschreiben!
Schließlich sind wir auf unserem Weg an einem Oldtimer-Treffen vorbei gekommen. Genauer gesagt waren’s Musclecars und Hot-Rods. Selbstverständlich waren alle wichtigen Vertreter ihrer Zeit präsent! Unter anderem ein sehr schön hergerichteter Camaro. Vom Mustang waren sogar einige Exemplare da. Feine Sache. Sehr feine Sache! (Na Chrisi, neidisch?
)
Einige (!) Meilen und interessante Einblicke in die amerikanische Provinz später in Jasper angekommen hatte dann auch unser Chevy Equinox erstmal Durst. Also füllten wir den Tank für unseren V6 SUV mal eben für umgerechnet 25,- Euro mit Super randvoll auf. Um’s nochmal deutlich werden zu lassen: Sprit kostet hier knapp 3,- $ pro Gallone (3,8 Liter) bzw. umgerechnet ca. 55 Euro-Cent pro Liter! Ich will bitte nur noch hier tanken! Nach unserem amerikanischen fahrbaren Untersatz (der übrigens wesentlich besser war als ich’s von nem amerikanischen Auto erwartet hätte) waren dann erstmal wir dran.
Irgendwie sind wir zum Essen bei Shoney’s gelandet. Und irgendwie hätten wir schon beim Durchschnittsalter der Gäste (vorsichtig geschätzt 70) skeptisch werden müssen. Aber wir waren verdammt hungrig und ganz vor allem unendlich durstig (dieses abartige Wasser konnteste echt nicht trinken)! Yvonne hat vom Buffett Gebrauch gemacht (ich schätze mal, das ist die Spezialität von Shoney’s, die USP für euch Marketing-Fachleute da draußen - was allerdings nicht automatisch bedeutet, dass es auch lecker war!) und ich hab selbstverständlich wieder Steak bestellt. Allerdings hat mich keiner gefragt wie ich’s denn gern hätte und spätestens da hätte ich wissen müssen, dass ich besser was anderes hätte nehmen sollen! (Aber wir waren ja hungrig …) - Zumindest war’s dann recht günstig. Unschlagbar günstig, um genau zu sein. Kurze Zeit nachdem das Essen auf dem Tisch stand kam unsere Bedienung mehrmals zu uns und hat sich ebenfalls mehrmals bei uns entschuldigt: “We’re very very sorry! It took 17 minutes to bring you the dinner. That is far too long! We’re very sorry for tha. You don’t have to pay for anything. So when you guys ‘re ready you can just leave. You don’t have to pay!” Ähm? In good old Germany bin ich froh, wenn nach 17 Minuten die Getränke auf dem Tisch stehen …
So, fehlt nur noch einwas auf unserer Liste: Duschen! Also auf zum Hotel (Day’s Inn), einchecken, Sachen aufs Zimmer bringen und eben kurz die menschenleere Außenanlage mit Pool inspizieren. Hmm. Duschen? Neee, Pool! Meine liebe Kleine, die schon Tage vorher sorgsam Koffer gepackt hat und selbstverständlich an alles gedacht hat, hat leider doch eine klitzekleine Kleinigkeit vergessen: Ihre Badesachen! - Aber wir ham ja ‘n Auto und die Amis 24/7-Supermärkte, die alles haben! Alles, bis auf Badesachen zur Herbstzeit… letztlich musste dann eine meiner Hosen sowie ein T-Shirt dran glauben. Aber Ende September um halb Elf noch draußen in den Pool gehen zu können (noch dazu ganz alleine
) hat schon was für sich! ![]()






