Archive for September 29, 2007

Chicago - Day 2

Heute stand endlich Downtown Chicago mit all seinen Wolkenkratzern auf dem Programm. Doch bevor’s losgehen konnte mussten wir erstmal in die Stadt kommen (unser Hotel war etwas außerhalb).

Also auf zum Park & Ride, in der Hoffnung überhaupt einen Parkplatz zu kriegen, da die einzige Park & Ride Station in unserer Nähe (Süden) gerade mal 100 Parkplätze hat, während alle im Norden locker 1000 haben. Unsere Hoffnung war nicht umsonst, es waren genau 0 Parkplätze belegt. Angesichts der Gegend in der wir waren vielleicht kein Wunder (wir waren uns dann auch nicht mehr so sicher, ob wir unser Auto wirklich dort abstellen sollen …). Fehlt nur noch das Parkticket: Rein in die Bahnstation zum Ticket-Automaten, der will die Nummer des Parkplatzes wissen, also wieder raus und nachsehen, wieder rein, Nummer eingeben, Kreditkarte zücken, wieder raus und das Parkticket ins Auto legen. Geht’s vielleicht noch etwas umständlicher?

Dann ging’s mit der Hochbahn, genannt ‚El‘ (Elevated Train) in die Stadt. Allerdings wurden aufgrund der hoffnungslos verrosteten Stahlkonstruktion wieder unschöne Erinnerungen an Minneapolis wach. Mich wundert hier drüben so langsam gar nichts mehr … Aber egal, wird schon halten.

Als erstes haben wir die kostenlose Stadtführung – genauer Hochhausführung – mit dem El gemacht. Dabei fährt man mehrere Male auf dem Loop durch die Stadt und kriegt die Häuser erklärt. (Der Loop ist die kreisförmige, naja eher rechteckige, Hochbahnstrecke rund ums Stadtzentrum, das alle Bahnlinien miteinander verbindet. Sehr praktisch! Inzwischen ist Loop auch das Synonym für die Innenstadt von Chicago.) Außer dem in ungefähr jedem zweiten Satz erwähnten weltberühmten Chicago-Window (Kann mich mal irgendein Architekt erleuchten?) haben wir eigentlich nicht wirklich was mitbekommen. Wir waren wohl zu fasziniert von unserem ersten echten „Großstadt mit unendlich vielen unendlich hohen Hochhäusern“-Erlebnis. (Vielleicht konnte der nette Typ auch einfach die Geräuschkulisse des Zuges nicht übertönen.)

Chicago

Danach ging’s erstmal in den Millennium Park, in dem eine äußerst interessante Skulptur steht. Sieht ein bisschen wie eine arg überdimensionierte spiegelnde Niere. Keine Ahnung ob das Ding irgendwas darstellen soll (wovon mal auszugehen ist falls ein Künstler am Werk war – glaubt mir, ich kenn mich da aus!), es läd auf jeden Fall ein viele spannende Fotos zu schießen!

Chicago Millennium Park

Den Nachmittag haben wir im wesentlichen damit verbracht durch die Häuserschluchten zu ziehen und uns das für seine Architektur bekannte Chicago aus der Nähe anzusehen. Ich kann euch sagen: Sollte man mal gesehen haben, ist wirklich beeindruckend! (Chicago ist glaube ich die Stadt mit den meisten (und definitiv höchsten) Wolkenkratzern in den USA, und auch weltweit ganz vorne mit dabei.) Ach ja, und wir waren auch noch in nem ziemlich noblen (teuren) Restaurant Mittagessen. Die hatten grad „Oktoberfest“-Woche, da musst ich natürlich mal probieren ob’s die Amis auch drauf haben ein Schnitzel zu machen. – Ich war positiv überrascht.

Außerdem waren wir auch noch am Navy Pier, eine Art Vergnügungspark direkt an der Küste. Vor allem Familien mit kleinen Kindern können hier viel Geld loswerden. Wir haben uns zumindest die Fahr mit dem Riesenrad gegönnt von dem aus wir nochmal einen schönen Blick auf die Skyline in der Abenddämmerung genießen konnten. Außerdem starten hier „Dinner Cruises“: Für schappe 70 Dollar dümpelst du vor Chicago’s Skyline auf dem Meer (genau genommen Lake Michigan) herum und kriegst Abendessen serviert. Soll aber ein beeindruckendes Erlebnis mit bleibenden Erinnerungen sein wie mir Kristan versichert hat.

Chicago Navy Pier

Abends ging’s dann endlich auf’s Observation Deck des Sears Towers: Das bedeutet: 110. Stockwerk und knapp 440 Meter Höhe! Versucht erst gar nicht euch das vorzustellen (ihr Landeier! ;-) ), das muss man erlebt haben! Von da oben hat man wirklich eine fantastische Aussicht auf das nicht enden wollende Lichtermeer Chicago’s! (Und noch ein paar Tipps: Geht niemals tagsüber hin, entweder ganz früh oder ganz spät, sonst steht ihr Stunden im Keller in langen Schlangen! Bevor’s mit dem Aufzug nach oben geht wird noch ein kleiner Film gezeigt, setzt euch vorne links hin, dann seid ihr als erster am Aufzug und müsst nicht nochmal eine halbe Stunde warten.)

Chicago at Night

Schließlich wollten wir den Abend gemütlich in einer netten Kneipe beenden. Dafür mussten wir erstmal eine gut einstündige Fahrt mit dem El aufnehmen. (Hab ich schonmal erwähnt, dass die amerikanische Infrastruktur lächerlich ist? Hoffnungslos veraltet und marode! Wir standen ne halbe Stunde wegen Stromausfall und mussten schließlich wegen Umbauarbeiten noch eine Station weiter fahren als nötig um dann mit dem nächsten Zug zurück an unserer geplanten Zielstation ausstiegen zu können.) Schließlich in der Kneipenmeile angekommen und auch eine scheinbar nette Bar gefunden stellt Yvonne natürlich fest, dass sie ihren Ausweis nicht dabei hat! Also doch nichts mit weggehen … (Für alle Unwissenden: Alkohol wird in den USA wesentlich (!) strenger gehandhabt als bei uns. Das Mindestalter ist 21 und ohne Ausweis kommst du in eine Bar wo’s Alkohol gibt gar nicht erst rein. Es muss nämlich nicht nur der Alkohol Trinkende 21 sein sondern alle Personen im Raum!)