Archive for Chicago
September 30, 2007 at 11:10 pm · Filed under Chicago
Der Sonntag schließlich war weniger Teil des Sightseeing-Trips nach Chicago sondern mehr Ausnutzen des günstigen Dollars, sprich: Shopping! Wir haben also einige der großen Shopping Zentren in der Nähe Chicagos angesteuert und unsere (hey, genau genommen meine!) Kreditkarte immer mehr zu schätzen gewusst! (Hier brauchst du echt kein Bargeld. Sogar drei Dollar lassen sich in der Regel ohne bösen Blick des Verkäufers mit Kreditkarte bezahlen!) Wir (was jetzt eher Yvonne bedeutet) haben also unseren nicht ganz kleinen Kofferraum im Laufe des Tages mit Schuhen, Tops, Schuhen, Jacken, Schuhen, Hosen, und so weiter gefüllt. (Fällt euch was auf?) Für mich war’s leider nicht ganz so einfach, weil mir diese saucoolen HipHop-Sachen in XXXXXL (ungelogen!) einfach nicht stehen und ansonsten das Angebot irgendwie sehr mau war. Ein paar Sachen hab aber auch ich dann noch gefunden.
Abends sind wir nochmal mit dem Auto durch die besseren Wohnviertel Chicagos und anschließend an der Küste Richtung Indy gefahren. Da haben wir auch nochmal einen kurzen Zwischenstopp eingelegt um einen kleinen Spaziergang am Grünstreifen entlang der Küste zu machen und noch ein letztes Mal die Skyline Chicago’s auf uns wirken zu lassen. Wohlgemerkt nachdem wir das Auto auf einem Schotterplatz korrekt abgestellt hatten, auf dem es offenbar unsichtbar gekennzeichnete Parkflächen gab. Unser erster Parkplatz hat den Cops jedenfalls nicht gefallen, die sich auf ihren Quads scheinbar einen schönen Abend gemacht haben. (Ey, dieses Beamten-Pack ist echt überall gleich!)

Danach ging’s dann auf die unendlich lange Heimfahrt. (Tempolimits sind so scheiße! Wehe einer von euch wählt noch die SPD, jetzt wo die das auch bei uns einführen wollen!) Endlich in Indy angekommen folgte noch der obligatorische Mitternachtstrip in den Supermarkt (genau genommen um halb drei, und ja, Sonntag Nacht halb drei). Irgendwie ist’s aber doch beruhigend zu sehen, dass das Angebot nicht wirklich angenommen wird – wir waren die Einzigen!
September 29, 2007 at 11:43 pm · Filed under Chicago
Heute stand endlich Downtown Chicago mit all seinen Wolkenkratzern auf dem Programm. Doch bevor’s losgehen konnte mussten wir erstmal in die Stadt kommen (unser Hotel war etwas außerhalb).
Also auf zum Park & Ride, in der Hoffnung überhaupt einen Parkplatz zu kriegen, da die einzige Park & Ride Station in unserer Nähe (Süden) gerade mal 100 Parkplätze hat, während alle im Norden locker 1000 haben. Unsere Hoffnung war nicht umsonst, es waren genau 0 Parkplätze belegt. Angesichts der Gegend in der wir waren vielleicht kein Wunder (wir waren uns dann auch nicht mehr so sicher, ob wir unser Auto wirklich dort abstellen sollen …). Fehlt nur noch das Parkticket: Rein in die Bahnstation zum Ticket-Automaten, der will die Nummer des Parkplatzes wissen, also wieder raus und nachsehen, wieder rein, Nummer eingeben, Kreditkarte zücken, wieder raus und das Parkticket ins Auto legen. Geht’s vielleicht noch etwas umständlicher?
Dann ging’s mit der Hochbahn, genannt ‚El‘ (Elevated Train) in die Stadt. Allerdings wurden aufgrund der hoffnungslos verrosteten Stahlkonstruktion wieder unschöne Erinnerungen an Minneapolis wach. Mich wundert hier drüben so langsam gar nichts mehr … Aber egal, wird schon halten.
Als erstes haben wir die kostenlose Stadtführung – genauer Hochhausführung – mit dem El gemacht. Dabei fährt man mehrere Male auf dem Loop durch die Stadt und kriegt die Häuser erklärt. (Der Loop ist die kreisförmige, naja eher rechteckige, Hochbahnstrecke rund ums Stadtzentrum, das alle Bahnlinien miteinander verbindet. Sehr praktisch! Inzwischen ist Loop auch das Synonym für die Innenstadt von Chicago.) Außer dem in ungefähr jedem zweiten Satz erwähnten weltberühmten Chicago-Window (Kann mich mal irgendein Architekt erleuchten?) haben wir eigentlich nicht wirklich was mitbekommen. Wir waren wohl zu fasziniert von unserem ersten echten „Großstadt mit unendlich vielen unendlich hohen Hochhäusern“-Erlebnis. (Vielleicht konnte der nette Typ auch einfach die Geräuschkulisse des Zuges nicht übertönen.)

Danach ging’s erstmal in den Millennium Park, in dem eine äußerst interessante Skulptur steht. Sieht ein bisschen wie eine arg überdimensionierte spiegelnde Niere. Keine Ahnung ob das Ding irgendwas darstellen soll (wovon mal auszugehen ist falls ein Künstler am Werk war – glaubt mir, ich kenn mich da aus!), es läd auf jeden Fall ein viele spannende Fotos zu schießen!

Den Nachmittag haben wir im wesentlichen damit verbracht durch die Häuserschluchten zu ziehen und uns das für seine Architektur bekannte Chicago aus der Nähe anzusehen. Ich kann euch sagen: Sollte man mal gesehen haben, ist wirklich beeindruckend! (Chicago ist glaube ich die Stadt mit den meisten (und definitiv höchsten) Wolkenkratzern in den USA, und auch weltweit ganz vorne mit dabei.) Ach ja, und wir waren auch noch in nem ziemlich noblen (teuren) Restaurant Mittagessen. Die hatten grad „Oktoberfest“-Woche, da musst ich natürlich mal probieren ob’s die Amis auch drauf haben ein Schnitzel zu machen. – Ich war positiv überrascht.
Außerdem waren wir auch noch am Navy Pier, eine Art Vergnügungspark direkt an der Küste. Vor allem Familien mit kleinen Kindern können hier viel Geld loswerden. Wir haben uns zumindest die Fahr mit dem Riesenrad gegönnt von dem aus wir nochmal einen schönen Blick auf die Skyline in der Abenddämmerung genießen konnten. Außerdem starten hier „Dinner Cruises“: Für schappe 70 Dollar dümpelst du vor Chicago’s Skyline auf dem Meer (genau genommen Lake Michigan) herum und kriegst Abendessen serviert. Soll aber ein beeindruckendes Erlebnis mit bleibenden Erinnerungen sein wie mir Kristan versichert hat.

Abends ging’s dann endlich auf’s Observation Deck des Sears Towers: Das bedeutet: 110. Stockwerk und knapp 440 Meter Höhe! Versucht erst gar nicht euch das vorzustellen (ihr Landeier!
), das muss man erlebt haben! Von da oben hat man wirklich eine fantastische Aussicht auf das nicht enden wollende Lichtermeer Chicago’s! (Und noch ein paar Tipps: Geht niemals tagsüber hin, entweder ganz früh oder ganz spät, sonst steht ihr Stunden im Keller in langen Schlangen! Bevor’s mit dem Aufzug nach oben geht wird noch ein kleiner Film gezeigt, setzt euch vorne links hin, dann seid ihr als erster am Aufzug und müsst nicht nochmal eine halbe Stunde warten.)

Schließlich wollten wir den Abend gemütlich in einer netten Kneipe beenden. Dafür mussten wir erstmal eine gut einstündige Fahrt mit dem El aufnehmen. (Hab ich schonmal erwähnt, dass die amerikanische Infrastruktur lächerlich ist? Hoffnungslos veraltet und marode! Wir standen ne halbe Stunde wegen Stromausfall und mussten schließlich wegen Umbauarbeiten noch eine Station weiter fahren als nötig um dann mit dem nächsten Zug zurück an unserer geplanten Zielstation ausstiegen zu können.) Schließlich in der Kneipenmeile angekommen und auch eine scheinbar nette Bar gefunden stellt Yvonne natürlich fest, dass sie ihren Ausweis nicht dabei hat! Also doch nichts mit weggehen … (Für alle Unwissenden: Alkohol wird in den USA wesentlich (!) strenger gehandhabt als bei uns. Das Mindestalter ist 21 und ohne Ausweis kommst du in eine Bar wo’s Alkohol gibt gar nicht erst rein. Es muss nämlich nicht nur der Alkohol Trinkende 21 sein sondern alle Personen im Raum!)
September 28, 2007 at 11:32 pm · Filed under Chicago
Dieses Wochenende ging’s also endlich nach Chicago. Wieder haben wir uns ein Auto gemietet (diesmal leider nur so nen scheiß Koreaner gekriegt) und glücklicherweiße auch wieder Kristan’s Navi bekommen. Diesmal fahren wir die Interstate, Indiana kennen wir ja jetzt schon. Ey, diese Speed Limits sind wirklich nervig! 65 Miles! Was soll das? Das sind gerade mal 105 km/h! Das einzig Fute ist, dass man auch rechts überholen kann. (Naja und dass es praktisch keine Geschwindigkeitskontrollen gibt. Hätte mir allerdings vorher jemand gesagt wie teuer Speeding hier ist, wär ich wohl trotzdem ganz brav langsam gefahren … Aber ist ja nochmal gut gegangen!)
Je näher wir an Chicago ran gekommen sind, desto höher ist die Dichte der Toll Roads geworden. Und nicht nur die Anzahl, auch die Preise zogen kräftig an. Waren wir bei der ersten noch mit 15 Cent dabei, waren’s am Ende schon stolze 2,50 $. Und das Ganze nur, um in Chicago’s Super-Stau zu fahren. So hatten wir zumindest schonmal die Gelegenheit die wirklich imposante Skyline Chicago’s zu bewundern. (Naja, Yvonne etwas mehr als ich, irgendjemand muss ja auch über den Verkehr fluchen.)

Unser erstes Ziel in Chicago war der Lincoln Park Zoo, man muss sich nach der langen langweiligen Fahrt ja schließlich erstmal entspannen. Außerdem war der Zoo kostenlos, was man vom Parkplatz nicht behaupten konnte, der genauso viel kostete wie bei jedem anderen Zoo das Familien-Ticket. Aber mit ein klein wenig Geduld kann man einen der wenigen kostenlosen Parkplätze am Straßenrand ergattern. Der Zoo war dann halt ein Zoo. War mal wieder ganz nett, mein letzter Zoo-Besuch muss glaub ich schon über ein Jahrzehnt her sein!

O-Ton Yvonne: „Am besten waren natürlich die Löwen
(weil die einfach genau so sind wie du!) Die hatten auch Spinnen – ohne Glas und alles! Und auch, wenn’s dort stand: Die können mir net erzählen, dass die einfach so an ihrem Platz bleiben! Die ham da bestimmt schon ein paar von verloren!“
Nach dem Zoo wollten wir erstmal unser Hotel aufsuchen um danach noch einen gemütlichen Abend irgendwo in der Stadt (oder wo auch immer es gemütlich ist und was zu Essen gibt) zu verbringen. Leider wollte unser Navi nicht. Das wollte nämlich gar nicht mehr! Der Akku war leer und irgendwie hat es sich auch nicht mehr aufgeladen. Natürlich passierte das idealerweise zum Feierabendverkehr mitten in Chicago. Großartig! Wir hatten ja nichtmal ne Karte von diesem niedlichen kleinen Städtchen …
Irgendwie haben wir’s dann doch zur Interstate geschafft. Genauer gesagt zur 5-spurigen Auffahrt auf 3 verschiedene Interstates, auf der man ungefähr 2 Sekunden Zeit hatte sich für eine zu entscheiden. – Richtig, wir haben die falsche genommen. Komplett falsch um genau zu sein. Erstens: Norden statt Süden. Zweitens: Express statt Local, was bedeutet dass man nur gut alle 10 Meilen eine Ausfahrt benutzen darf. (Wenn wir die richtige Richtung erwischt hätten wäre das durchaus hilfreich gewesen.) Letztlich haben wir – wie auch immer – den Weg zum Hotel doch noch gefunden und haben uns nach dem Einchecken erstmal auf die Suche nach Elektronik-Fachmärkten gemacht.
Genau genommen haben wir erstmal das Auto zerlegt bis wir zum Sicherungskasten vordringen konnten, um auszuschließen, dass diese blöde koreanische Möre das Problem ist. War sie nicht. Ganz genau genommen haben wir sogar erstmal einen Shopping-Zwischenstopp eingelegt. Beim Schuhekaufen konnten wir (Yvonne) dann auch das Navi mal kurzzeitig vergessen. Viele Kartons später ging die Suche nach dem Ladegerät weiter.
Zumindest konnten wir in unmittelbarer Nähe ein paar “Fachmärkte” finden, nur leider wollte uns keiner ein neues Ladegerät für unser Navi geben (”Einzeln verkaufen wir die nicht, aber versuchen Sie’s doch mal bei …”). Auch der Versuch mit einem Ericsson Handyladegerät, das zumindest mal die selben Stecker verwendete war leider erfolglos. Einige Stunden später war ich genervt und beschloss das Problem mit Gewalt zu lösen. Da war bestimmt nur irgendein Käbelchen innen drin locker, dass sich mit Zange und Sekundenkleber ganz bestimmt fixieren lies. Yvonne war nicht begeistert, aber selbstverständlich hat der Herr das letzte Wort und wir haben Werkzeug eingekauft. Zurück im Auto ging’s an die Reparatur. Und was passiert wenn ein Kerl sagt er repariert das jetzt obwohl er keine Ahnung davon hat? - Richtig! Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde ist die Sache gegessen. (Wenn ihr also mal Hilfe bei der Reparatur eines Ladegeräts braucht, fragt mich einfach!
)
Inzwischen war’s allerdings schon ziemlich spät und der Tag damit im wesentlich gelaufen. Oder waren wir noch ein bisschen shoppen? Ich weiß nicht mehr, war so aufregend alles! 