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Horrible Flight

Oh man, ich hätte nie gedacht, dass der Flug soooo langweilig werden würde. 9 Stunden hören sich ja eigentlich gar nicht so viel an. Aber wenigstens haben die 9 Stunden noch einigermaßen gestimmt. 9 Stunden nach dem Abflug in Frankfurt waren wir über Philadelphia - wo ich in eine andere US Airways Maschine steigen sollte. Landen durften wir allerdings nicht. Nahe New York war ne Flugshow (oder ein Rennen oder beides, keine Ahnung), dort war aber nicht genug Platz für alle ihre Fliegerchen, also wurden einige nach Philadelphia geschickt. Somit: Warteschleifen fliegen. Aber sollte ja kein Problem werden, ich hatte ja über zwei Stunden zum Umsteigen.

Nachdem wir dann endlich gelandet waren (ich hatte noch immer knapp ein einhalb Stunden) ging das Drama allerdings los. Der Name des Dramas: US Customs! Ich dachte eigentlich wir in Deutschland haben die schlimmste Bürokratie und vor allem die mit Abstand langsamsten Beamten. Weit gefehlt, die Amis wollen halt einfach alle Superlative für sich! Gut 20 Minuten vor meinem Weiterflug war ich dann endlich dran. Weitere 5 Minuten später hat mir der gute Mensch dann auch mal ne Frage gestellt. (Es mussten ja erst noch in aller Ruhe ein paar herumliegende Formulare sortiert werden.) Aber reden wir nicht weiter über den … Es ist jetzt 10 vor Abflug:

Ab in die Gepäckhalle, Gepäckband suchen, auf den Infotafeln steht mein Flug schon gar nicht mehr drauf. Also 2 mal fragen, 2 verschiedene Auskünfte. Letztlich war es das Band, das am weitesten von meinem weiteren Weg durch den Flughafen entfernt war. Gut, Koffer geschnappt, Spurt durch den halben Flughafen zum sog. Re-CheckIn. Der bestand aus zwei unterbezahlten Mitarbeitern der Gepäckabteilung, die vor einem nicht mehr funktionierenden Gepäckband standen. “Drop your luggage here!” Hm, wenig Vertrauen erweckend, aber ich hab keine Zeit! Koffer abgestellt, weiter zur erneuten Sicherheitskontrolle. Die glich mehr einem Basar, aber das sollte mir Recht sein. Besser als erneutes stundenlanges Warten in langen Schlangen! Noch ein letzter Spurt durch den halben Flughafen und ich komme exakt zur Abflug Zeit am entsprechenden Gate an.

??? beschreibt dann meinen Gesichtsausdruck wohl am besten. Weit und breit kein Flieger zu sehen und auf den Anzeigetafeln steht ein ganz anderer Flug. Letztlich war mein Anschlussflug eine Stunde verspätet und auf ein anderes Gate verschoben worden. Falsch, letztlich triffts eigentlich nicht. Letztlich waren es dann nämlich zwei Stunden.

Irgendwann bin ich dann doch noch in Indy angekommen. Allerdings nur ich. Mein Gepäck hat’s leider nicht so weit geschafft. Also nochmal ne Stunde in ne Schlange stellen, noch ein paar Formulare ausfüllen (2 Koffer, schwarz, meine, vermisst!) und dann endlich nach einem X-Stunden-Tag unkompliziert von Pat zum Campus gefahren werden und schlafen!

Getting the Visa

Um’s gleich vorweg zu nehmen, man braucht eigentlich nur 2 Sachen um ein Visum zu bekommen: Geld und Zeit. (Naja, und nen Reisepass)

Zeit, weil man unendlich viele Dokumente ausfüllen muss: DS-2019 Antrag, DS-156 Electronic Visa Application Form (EVAF), DS-157, DS-158, und wie sie alle heißen und wer weiß was noch alles! Außerdem Zeit weil es ein paar Wochen dauert einen Termin zu kriegen. Und vor allem Zeit weil man an dem Termin vor allem mal wartet und wartet und wartet. (Falls irgendjemand von euch mal länger als 90 Tage in die USA reist und ein Visum braucht: Nehmt ein Buch mit ins Konsulat! Oder was zu arbeiten! Irgendwas!)

Geld, weil dieser kleine, zugegeben nicht ganz hässliche Aufkleber im Reisepass sauteuer ist! 80 Euro Visa-Antrags-Gebühr, Knapp 100 $ SEVIS-Gebühr und natürlich noch der Anruf in der Botschaft um einen Visa-Termin auszumachen. (Tipp: Nehmt nicht die 0900-Nummer für ich weiß nicht wie viel Euro pro Minute, nehmt die Nummer bei der ihr einmalig 15,- Euro zahlen müsst. Ist wirklich billiger!)

Visum

Und wenn ihr dann mal in Frankfurt bei Eurem Visa-Termin seid (mit einem Buch), stellt ihr euch erstmal draußen in eine Schlange um ein Ticket zu bekommen. Dann draußen in die andere Schlange um das Ticket zu zeigen und zur Sicherheitskontrolle zu kommen. Von dort geht’s in die große Halle in der ihr erstmal 3 Stunden warten dürft. Dann rufen Sie euch auf um euch sämtliche oben erwähnten Formulare abzunehmen und kurz auf Richtigkeit zu kontrollieren. Danach dürft ihr wieder 3 Stunden warten. (Deswegen: Buch!) Beim zweiten mal dürft ihr nun eure ganzen anderen Dokumente und Formulare vorzeigen, die noch unbedingt mitgebracht werden mussten und folgendes belegen sollen:

  • Purpose of your trip to the U.S.;
  • Convincing documents to show that you have sufficient funds to cover all expenses in the U.S. or how those expenses will be met by another; and
  • Evidence of your intention to leave the U.S. after your temporary stay.

Also, hin zu der hübschen Blondine am Schalter 14, schonmal anfangen das ganze Zeug raus zu kramen. Aber erstmal drei Fragen beantworten: “Was machen Sie in den USA?” (Warum fragt die mich das, die hat ein DS-2019, die weiß genau was ich dort will!) “Wie lange werden Sie dort bleiben?” (Warum fragt die mich das, die hat …) “Wer finanziert Sie?” (Gute Frage eigentlich!) “Danke, das wars!” - “Wie? Wie jetzt? Und was ist mit den ganzen Unterlagen, die ich unbedingt mitbringen musste? Hallo, das war nicht so einfach von meiner Provinzbank ein englisches Schreiben zu bekommen, auf dem steht dass das Geld wohl ausreichen wird! Das war …”